lehnenball

Lehnenausruf

§ 1:

Der uralte Brauch des Lehnenausrufs, überliefert aus der Keltenzeit, wird fortgeführt, neuzeitlich weitergehalten vom Grafen Kaltnackisch für seine Untertanen, die Bruchdorfer, heute Quakenbacher.

§ 2

Die Jungfrauen, die eigentlich dem Grafen zustehen, werden ausnahmsweise durch das Komitee gegen eine Gebühr an junge Männer ausgeliehen, sind allerdings ungeöffnet zurückzubringen.

§ 3

Die Jungfrauen dürfen keinesfalls auf der Powei, sondern nur bei den Germanen vorgeführt werden. Dort werden sie durch standesgemäße Burschen kontrolliert.

§ 4

Die Jungfrauen sind verpflichtet, eine Riesenbretzel zu backen oder beim Bäcker zu bestellen. Die Brezel ist dem erwartungsvollen Junggesellen vor dem Ball im Beisein der Mutter vor der Haustür zu überreichen. Am Nachmittag des folgenden Tages ist die Brezel unter den freudigen und wissbegierigen Blicken der gesamten Sippe bei einer Tasse Kaffee zu verspeisen.

§ 5

Die Junggesellen sind verpflichtet, zu Fuß und pünktlich im Haus der Jungfrau zu erscheinen und durch ein Kuss bei der Schwiegermutter das Einverständnis zu erbitten.

§ 6

Sex ist grundsätzlich verboten!!! Eine Ausnahme kann nach Übergabe der Brezel und nach Zustimmung der Eltern erteilt werden.

§ 7

Alle Kosten und Gebühren sind vom Junggesellen zu tragen, es sei denn, die Jungfrau benimmt aich allzu schweinzig.

§ 8

Für unvorhergesehene Zwischenfälle ist unser Hochwürden Herberto im Pfarrhaus zusammen mit dem Oberschröder zuständig.

§ 9

Die Junggesellen, die nicht mehr richtig anzusprechen sind, haben sich beim Medicus Naumann oder Giersberg zu einer Blutdruckuntersuchung einzufinden.

§ 10

Die Jungfrauen sollen beim Lehnenball ihren Verstand zu Hause lassen und der Fantasie und den Gefühlen freien Lauf lassen.

§ 11

Die Jungfrauen und - gesellen, die auf Freiersfüßen stehen oder bereits dem Frevel der Ehe unterlegen sind, sind der Erwähnung an diesem Orte nicht würdig. Dennoch sind auch sie gehalten, sich §§ 1 bis 10 reumütig zu unterwerfen.

§ 12

Bei Mißachtung vorstehender §§ muß mit Sanktionen seitens unseres Dorfkoppis gerechnet werden.

 

Den Quarkenbachern gegeben zu Bruchdof

am 24. Januar anno domini 1603

Im Namen des Grafen Kaltnackisch

aus dem Geschlechter derer von Quarkenbach.

 


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